>

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne – 64 Kinder wachsen zusammen

Der Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe ist ein Einschnitt im Leben eines jungen Menschen. Altes wird zurückgelassen, Neuland wird beschnuppert. An den Oberbarnimschulen soll dieser Übergang harmonisch und positiv gestaltet werden.

Aus diesem Grund wird zu Beginn der Jahrgangsstufe 7 eine Kennenlernfahrt zum Werbellinsee durchgeführt.

2 Klassen der Oberschule und 2 Klassen der Jugendakademie - ev. Gymnasium (7a, 7b, 7/1, 7/2), insgesamt 64 Schüler und Schülerinnen, stiegen an einem frühherbstlichen Septembermorgen in den Bus Richtung Altenhof. Nur wenige Wochen nach der Einschulung stand die erste große Tour an. Begleitet von der Klassenleitungsriege (Hr. Hoffmann, Hr. Sbresny, Hr. Franz und Fr. Lippold), mit geländetauglichem Schuhwerk und wetterfester Kleidung im Gepäck, ging es auf kurvenreicher Strecke aus Eberswalde in Richtung Seezeit-Resort.

Dort angekommen hieß es Zimmer beziehen und verpflegen. Nach einer kurzen Verschnaufpause startete die erste Erkundungstour. Ausgestattet mit einem Fragebogen, einem Kompass und einer festgelegten Marschroute, wurde das weitläufige Gelände erkundet. Anspruchsvoll war dabei, dass sowohl Entfernungen richtig abgeschätzt, als auch Gradzahlen auf dem Kompass präzise abgelesen werden mussten. Außerdem musste die Umgebung untersucht werden, um die Aufgaben des Fragebogens lösen zu können. Am Ende der sowohl kopf- und fußlastigen Arbeit hatten sich unsere Siebtklässler und Siebtklässlerinnen ihr Abendessen und die Nachtruhe mehr als verdient.

Diese war allerdings um 6 Uhr schon wieder vorbei, als Herr Hoffmann im ersten Morgenlicht zum Frühsport pfiff. Schwimmen und Laufen am Strand waren angesagt, was sehr positiv aufgenommen wurde. Manche konnten es gar nicht abwarten, ein Bad im Werbellinsee der Morgendusche vorzuziehen.

Dann hieß es: Teamwork am Strand. 6 Schwimmreifen, ein paar Planken und Seile wurden vor den Klassen in den Sand gelegt. Die Aufgabe: Ein Floß bauen! Das klappte anfangs gar nicht. Dann gut. Dann wieder überhaupt nicht mehr. Dann war man kurz vorm Aufgeben. Und danach lief wundersamerweise alles wie am Schnürchen. Irgendwie schafften es unsere Jungen und Mädchen, sich zusammenzuraufen und aus dem losen Material ein schwimmbares Floß zu bauen. Dieses wurde im Wasser getauft, getestet – und für renntauglich befunden. Die Mittagspause wurde eingeläutet, danach sollte es ernst werden.

Nach einem reichhaltigen Mittagessen, in exotischer Gesellschaft von Engländern, Dänen und Berlinern, ging es zur Sache. Mit Paddel in der Hand wurden anschließend, gegen die Parallelklassen, nervenaufreibende Rennen um die Bojen im Badebereich gefahren. Kentern? Nicht mit uns.

Nach dem Abendessen Zeit am Smartphone totschlagen? Fehlanzeige. Um 20.00 Uhr ging es mit Taschenlampen in den Wald. Die Sonne verschwand schnell im Werbellinsee und die Dunkelheit legte sich über den Uferbereich, durch den sich unsere Schülerinnen und Schüler kämpfen mussten. Steile Böschungen, umgestürzte Bäume und Horrorgeschichten über menschenfressende Riesenkarpfen, deren Brunftschrei Herr Sbresny authentisch nachahmen konnte, hielten niemanden davon ab, in stockdunkler Nacht wieder heil zurück zum Wohnquartier zu gelangen. Ein tiefer Schlaf war nach diesem Tag garantiert.

Tag 3 startete mit „Teamaction“. Die Gemeinschaftsspiele am Strand begannen locker mit Seilspringen und dem Werfen von Bällen. Dann wurde es schnell anspruchsvoll. Wie kann man zusammen als Klasse Holzscheite stapeln, die man nur mit einem Haken berühren darf, der über Schnüre mit allen Klassenmitgliedern verbunden ist? Wie schafft man es, Klassenmitglieder sicher durch ein großes Spinnennetz zu hieven? Diese Spiele erforderten intensive Kommunikation, Vertrauen und Zusammenarbeit innerhalb der einzelnen Klassen. Erfolgreich waren alle.

Den Nachmittag ließen wir mit lockeren Spielen am Strand ausklingen. Volleyball, Fußball, Bademöglichkeiten und die nahe Gastronomie, boten Abwechslung für jeden.

Abends ging es zur Feuerstelle in den Wald. Ausgerüstet mit Stöcken und dem dazu passenden Brotteig, betrat man die Lichtung, auf der bereits lagerfeuergerecht gestutzte Äste samt Birkenrinde zum Anzünden lagen. Dieses Brennmaterial war zuvor von den freiwilligen Holzsammlern der 7a aus dem Wald geholt und verarbeitet worden, so dass man es nur noch aufschichten und anzünden musste. Das Lagerfeuer wärmte in der Herbstnacht und das Stockbrot schmeckte hervorragend, so dass niemand hungrig zurückmarschierte. Der Abend war aber nicht nur gemütlich, sondern für manche auch lehrreich: Durchgebackenes Stockbrot ist super. Stockbrot nach Art „außen knusprig, innen weich“ schmeckt auch toll, im Bauch angekommen wird es dann aber rebellisch. Wieder etwas gelernt.

Der Morgen wurde nass. Sowohl wegen dem leicht regnerischen Wetter, als auch wegen der Kanutour, die uns weit auf den Werbellinsee hinausführte. Unser Schlagmann zählte lautstark, der Steuermann sorgte für den Richtigen Kurs, die Ruderer gaben alles. Nach kurzer Eingewöhnung gab es spannende Rennen auf dem Wasser, bei denen sich niemand etwas schenkte. Nach 2 Stunden legten wir erschöpft an und hatten endlich wieder Land unter den Füßen. Das Mittagessen schmeckte an diesem Tag wohl allen hervorragend, auch wenn zwischenzeitlich Anflüge von Seekrankheit zu erkennen waren.

Inzwischen waren wir alle in gleichem Maße erschöpft, wie auch als Gemeinschaft zusammengewachsen. Die vergangenen Tage hatten uns gefordert und dadurch zu einer Einheit gemacht. Bei der abendlichen Disco, welche von 3 unserer DJanes mit Musik befeuert wurde, gab der 7. Jahrgang mit Tanzeinlagen und Polonaise noch einmal alles.

Der Abreisetag danach verlief organisiert und reibungslos. Es war schön mitanzusehen, wie schnell, organisiert, hilfsbereit und arbeitsteilig die Zimmer gereinigt und geräumt wurden. Müde und glückliche Jungen und Mädchen saßen im Bus zurück nach Eberswalde und sahen dem wohlverdienten Wochenende entgegen.

Insgesamt war die Kennenlernfahrt ein voller Erfolg. Wir als Lehrkräfte haben unsere Neuzugänge in einem sehr positiven und vielversprechenden Licht wahrgenommen und freuen uns darauf, sie bei uns aufwachsen zu sehen.

Diese Fahrt war allerdings nur ein Vorgeschmack auf weitere gemeinsame Events in der Jahrgangsstufe 7. In wenigen Tagen geht es zum Austausch nach Polen und nach den Herbstferien beginnen die Proben für unsere Schulweihnachtsfeier mit Musik und Theater. Dranbleiben!

Bericht und Fotos (13): Till Sbresny 

Schulzeitung

observation

Schulerweiterungsbau

Logo SP2

Aktuelle Seite: > > Allem Anfang wohnt ein Zauber inne – 64 Kinder wachsen zusammen
Zum Seitenanfang