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Wir gründen unser eigenes Dorf – und auf einmal wird uns klar, wofür wir Politik brauchen.

Politische Apparate werden häufig als starre und weit entfernte Systeme wahrgenommen. Von Experten geführt, die nur sehr indirekt zu beeinflussen sind. Das Bewusstsein, dass Politik grundsätzlich von Menschen für Menschen gemacht wird, geht bei einer solchen Betrachtung verloren.

Um dem entgegenzuwirken, starteten Politiklehrer Herr Hentschel und Geographielehrerin Frau Neu, mit den Schülerinnen und Schülern der Klasse 9b ein ambitioniertes Projekt, bei dem eine fiktive, unabhängige Dorfgemeinschaft gegründet werden sollte.

Schnell wurde klar, dass eine Gemeinschaft bereits zum bloßen Überleben klare Regeln benötigt. Zunächst wurde geklärt, wer welche Berufe für die Nahrungssicherung, Gebäudeinstandhaltung und Finanzverwaltung übernimmt. Dann wurden Details zu Religionsausübung, Freizeitgestaltung und Gesetzgebung festgelegt. Die Diskussionen fanden stets in Gruppen statt und waren teilweise sehr leidenschaftlich, so dass immer wieder an grundlegende Gesprächsregeln erinnert werden musste. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren selbst, wie anstrengend, streitintensiv und emotional Politik sein kann.

In einem weiteren Schritt lernte die Klasse die unterschiedlichen politischen Konzepte des Konservativismus, Anarchismus, Sozialismus und Liberalismus kennen, von denen sie sich teilweise Anregungen holte.

Das Ergebnis des Projekts war eine durchorganisierte Gemeinschaft, mit klaren Regeln und Normen. Der Weg zu dieser Gemeinschaft, das konnte im Abschlussgespräch von der Klasse reflektiert werden, war jedoch ein langer. Denn unter demokratischen Bedingungen müssen viele unterschiedliche Meinungen berücksichtigt werden, was Kompromisse unumgänglich macht.

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