Besuch der Aufführung „undlenaundlenaundleonceundlena“

Am 2. Juli 2026 besuchte die Klasse 12BG der Oberbarnimschulen die Aufführung „undlenaundlenaundleonceundlena“ im P14-Jugendclub der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Die Vorstellung fand im Rahmen des vom Kanaltheater organisierten Festivals „ZUKUNFT JETZT!“ im Rofinpark statt. Bei dem Stück handelt es sich um eine moderne Adaption von Leah Luna Winzely, inszeniert von Emma Maria Mertens, die Georg Büchners Klassiker „Leonce und Lena“ in die Gegenwart holt und dabei aktuelle Themen aufgreift.

Die Handlung dreht sich um die titelgebenden Figuren, die beide unter dem Druck gesellschaftlicher Erwartungen leiden. Besonders auffällig war die unkonventionelle Besetzung: Die Rollen des Prinzen Leonce und seines Freundes Valerio wurden von jungen Schauspielerinnen verkörpert. Valerio ist es, der Leonce dazu bewegt, die Welt außerhalb seines bisherigen Lebens kennenzulernen und sich mit den drängenden Problemen der Zeit auseinanderzusetzen.

Die Inszenierung war tief in der heutigen Lebensrealität verwurzelt. Das Geschehen wurde symbolisch an einen Ort in der Natur verlegt, der jedoch den Katastrophen der modernen Welt schutzlos ausgeliefert ist. Diese Kulisse warf die Frage auf, welche Verbindung wir heute noch zu solchen Rückzugsorten haben: Sind sie Räume der Flucht, der Erkenntnis – oder doch nur eine Illusion von Freiheit? Passend dazu gab es direkte Verweise auf aktuelle Studentenproteste, die in einer Demonstration vor einer Bibliothek mündeten, sowie auf die allgegenwärtige Angst vor der Klimakatastrophe, versinnbildlicht durch die Hitze und die Brände in Italien. Sogar die Lebenswelt der Schüler wurde eingebunden: Eberswalde wurde namentlich erwähnt, während saubere Luft und sauberes Wasser als lebensnotwendige Ressourcen verhandelt wurden.

Ein faszinierender Aspekt der Inszenierung war die Rebellion der Figuren gegen ihren eigenen Originaltext. So wehrte sich Lena aktiv dagegen, sich planmäßig in Leonce verlieben zu müssen – ein klarer, emanzipatorischer Bruch mit dem vom Schicksal vorgegebenen Weg der Literaturvorlage. Dieser Widerstand spiegelte den Kampf gegen starre Rollenbilder und patriarchale Strukturen wider.

Ein wiederkehrendes Leitmotiv des Abends war der Satz: „If you can change your mind, you can change your life“ – eine Aufforderung zum Umdenken, die sowohl das Handeln der Figuren als auch die Botschaft an das Publikum prägte. Durch diese Verflechtung von Büchners Motiven mit modernen Elementen konnte die Klasse 12BG einen Meilenstein der deutschen Literatur in völlig neuem Licht sehen und eine Brücke zu ihren eigenen Herausforderungen schlagen.

Bericht und Fotos (3): Herr Dr. Michalis Georgiou

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