Wenn man unsere Schülerinnen und Schüler fragt, was ein Apex Predator ist, kommen in der Regel Antworten wie „Der ist bei Fortnite unbesiegbar.“ oder „Einer der 10 Schnitzelbrötchen hintereinander essen kann.“ In den zurückliegenden Kaltzeiten vor hunderttausenden von Jahren, die auch den Barnim vollständig mit Eis bedeckten, war jedoch der Säbelzahntiger der Apex Predator an der Spitze der Nahrungskette. Bis zu 400 Kilo schwer, mit ca. 30 cm langen, rasiermesserscharfen Reißzähnen und einer Muskelmasse, die im Theo‘s Gym für entsetzte Blicke gesorgt hätte, gab es damals nichts, wovor er Angst haben musste. Bis der Klimawandel einsetzte und eine hinterlistige, aggressive, waffenaffine, ressourcengierige und kriegslüsterne Spezies mit einem unnatürlich beweglichen Schultergelenk und langen Fingern, was den Wurf des Speeres erst möglich machte, in die langsam eisfrei werdenden Regionen vordrang. Schnell war der Säbelzahntiger nur noch Grillfleisch auf dem Teller des Homo Sapiens, der die Landschaften des Barnim nach und nach besiedelte. Je weiter das Eis zurückwich, desto sichtbarer wurden auch die durch den Gletscher entstandenen Formen und Eigenschafen der Landschaften des Barnim, die bis heute bestehen.
Im Geographieunterricht der Jahrgangsstufe 8 an den Oberbarnimschulen, setzen sich die Schülerinnen und Schüler theoretisch mit dem Wirken von Gletschern auf die Landschaft auseinander. Anschließend wird sich aus dem Klassenraum herausgewagt, um glazial geprägte Landschaftsvielfalt einmal in der Realität zu erleben. Dies geschieht durch eine Exkursion in den Geopark Groß Ziethen, in dem man nah aneinandergrenzende Landschaftsformen der Glazialen Serie betrachten und erkunden kann.
An einem typischen mitteleuropäischen Sommertag, bei dem der Säbelzahntiger vermutlich einen Hitzeschlag bekommen hätte, war es für die Klasse 8/1 und 8/2 soweit. Begleitet von Geographielehrer Herrn Sbresny und Religionslehrer Herrn Gluth, startete man von Eberswalde aus eine geographiedidaktisch wertvolle, orientierungsfördernde Bus-Bahn-Fuß-Anreise Richtung Geopark. Dort startete die Exkursionsgruppe eine Führung durch beeindruckende End-, Grundmoränen- sowie Sanderlandschaften startete. Die Schülerinnen und Schüler konnten ihr im Unterricht erworbenes Wissen anwenden, so dass ein tieferes Verständnis für das Wirken der hunderte Meter hohen Gletscher der letzten Eiszeit entstand.
Mit neuem Wissen im Kopf und etlichen Marschkilometern an den Füßen, kam die Exkursionsgruppe schließlich wieder sicher in Eberswalde an.
Auch zukünftig wird der Geopark ein festes Exkursionsziel sein. Unsere siebten Klassen sind nächstes Schuljahr an der Reihe und können sich schon einmal Sonnencreme und Mückenspray einpacken.
Bericht und Fotos (7): Herr Sbresny