Ein Roadtrip zu Fuß? „Nulpen“ auf der Leinwand

Am 26.03.2026 haben zahlreiche Klassen der Oberbarnimschulen (8/1, 8/2, 9/1, 9/2,10/1,10a und 10b) den Film „Nulpen“ im Movie Magic anlässlich des Schulkinotages besucht. „Nulpen“ ist ein umgangssprachliches Schimpfwort für Menschen, die als unfähig, dumm oder bedeutungslos wahrgenommen werden.

Der Coming-of-Age-Film „Nulpen“ erzählt die Geschichte von Ramona und Nico, deren größte Stärke nicht Können, sondern ihre erstaunliche Fähigkeit, in alltäglichen Situationen Chaos zu vermeiden oder auch zu verursachen, ist. Ramona und Nico, zwei beste Freundinnen, lassen sich nach dem Abi vom heißen Großstadt-Sommer treiben, ohne konkrete Pläne für die Zukunft zu schmieden. Nachdem sie den ihnen anvertrauten Vogel des Nachbarn freilassen, müssen sie fliehen und beginnen einen ziellosen „Roadtrip" zu Fuß durch Berlin.

Der Film spielt mit dem Konzept der „Miniabenteuer im Alltag“ und lässt seine Protagonist*innen in unverhoffte Situationen geraten, die oft komisch, manchmal rührend, selten düster sind. Eine bedeutende Rolle kommt Noah, dem kleinen Bruder von Romana zu, welcher den jungen Frauen immer wieder Fragen stellt, die nachdenklich machen und wichtige Impulse geben. Immer wieder blitzen Fridays for Future-Proteste auf. Die Hauptfiguren sind liebevoll skizziert, wir begegnen keinen Held*innen. Ihre Schwächen wirken ehrlich und nachvollziehbar.

Der Film setzt Humor ein, der aus Missverständnissen und dem wohlwollenden Blick auf menschliche Fehlbarkeit entsteht. Die Bilder bleiben zurückhaltend, was den Fokus auf Dialoge und Zwischentöne richtet. Das verleiht dem Film eine beinahe alltägliche Atmosphäre. „Nulpen“ gelingt es, eine warmherzige Botschaft über Freundschaft, Zusammenhalt und das Akzeptieren von Unzulänglichkeiten zu transportieren. Im Anschluss an den Film hatte wir das Glück, den 14-jährigen Rio Kirchner aus Berlin, welcher im Film Noah dargestellt hat, in einem Filmgespräch zu erleben und ihm Fragen stellen zu dürfen.

Er selbst verwies darauf, dass der 11-jährige Noah, den er vor drei Jahren gespielt hat, für sein Alter recht „weit“ gewesen zu sein scheint. Er selbst habe sich erst über diese Schauspielerfahrung mit den Thema der Klimakrise angefangen zu befassen. Zudem sei es ein „komisches“ Gefühl, sich selbst im Film zu sehen. Die besondere Erfahrung eines Filmdrehs möchte er allerdings nicht missen. Im Anschluss an Film und Filmgespräch konnten sich alle Interessierten ein von Rio Kirchner persönlich signiertes Filmplakat mitnehmen. Einige Schüler*innen der Oberbarnimschulen fanden den Film richtig gut, andere merkten an, dass sich an einigen Stellen der Plot etwas ziehe bzw. sie sich mehr Handlung gewünscht hätten.

Somit halte ich fest, dass wir an diesem Schulkinotag keinen rasanten Kinofilm gesehen haben, aber einen, der mit viel Verständnis und Wärme auf die Generation Z schaut, sie KEINESFALLS als unfähig, dumm oder bedeutungslos abtut und zum Ende hin Zuversicht vermittelt. Denn Ramona und Nico scheinen ihrer Zukunft schließlich positiv entgegen zu sehen.

Bericht: Frau Steuber
Fotos (4): Herr Sbresny

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