Deutsch-Polnische Erinnerungsorte

Das deutsch-polnische Schüleraustauschprojekt der 11. Klasse des Beruflichen Gymnasiums fand vom 24. bis 29. November 2019 in Eberswalde statt.

Ohne Kenntnis der polnischen Geschichte lässt sich die deutsche und ohne Kenntnis der deutschen die polnische Geschichte nur unvollkommen verstehen. Als Nachbarn in Europa teilen Deutsche und Polen zudem viele Erinnerungen, die jedoch in beiden Ländern oft unterschiedliche Interpretationen und Beurteilungen erfahren – es gibt gemeinsame und getrennte multi- oder supranationale Erinnerungen in Europa, „die die gemeinsamen Aspekte der getrennten Geschichten hervorhebt und die Geschichte des Nachbarn als Teil der eigenen Geschichte betrachtet (François 2009: 25). Weihnachtstraditionen in Polen und Deutschland sind solche Erinnerungsorte.

20191126 103044Die Schülerinnen und Schüler aus Polen und Deutschland haben in der Austauschwoche eine Menge über sich und über die anderen erfahren können. Anfängliche Scheu wich einer behutsamen Neugier und nicht zuletzt waren es die gemeinsamen Erlebnisse, sei es in der Gruppenarbeit, beim Spazierengehen, beim gemeinsamen Einkaufen, den Blicken auch auf die dunklen Seiten unserer Vergangenheit und dann wieder beim gemeinsamen Backen, die wiederum neue Erinnerungsorte geschaffen haben.

Nach einem ersten Kennenlernen arbeiten die Schülerinnen und Schüler in gemischten Gruppen zum Thema Erinnerungsorte. Nach dem Theorem von Aleida Assmann sind dies Orte, Konzepte, Traditionen, Literaturen, Ereignisse, aber auch Musik und Kulinarisches, die uns die Vergangenheit näher bringen. Die Schüler sammelten solche Erinnerungsorte untereinander und trugen sie zusammen.

Danach wurde es konkreter und es zeigte sich, wie unterschiedlich gerade Erinnerungsorte in Bezug zum Weihnachtsfest sein können. Rezepte, Traditionen, Lieder, Geschichten und Erinnerungen wurden miteinander ausgetauscht. Eine kleine Auswahl davon sollte schließlich für die Präsentation „erfahrbar“ gemacht werden: durch Lieder und Genüssliches.

Wie dicht Vergangenheit und Gegenwart zusammenliegen wurde auch beim gemeinsamen Besuch und in einem Workshop im Pilecki-Institut am Pariser Platz in Berlin deutlich. Witołd Pilecki hatte sich als „Freiwilliger“ in das Vernichtungslager Auschwitz bringen lassen. Dort erlebte er das tägliche Grauen, um es dann zu dokumentieren und Berichte in die Außenwelt zu schmuggeln. Erst dadurch erfuhr die Welt von dem Grauen. Dem gemeinsamen Gang durch die Ausstellung folgte eine sehr engagierte „Oxford-Debatte“.

Den Abschluss der Woche bildete die Präsentation, an der neben den direkt beteiligten Schülerinnern und Schülern auch andere Klassen und Lehrkräfte teilnahmen. Die Verabschiedung machte da noch einmal deutlich, wie schnell freundschaftliche Beziehungen zueinander entstehen können.

Letzte Änderung am Mittwoch, 18 Dezember 2019 12:58

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